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Lebenserwartung und natürliche Bedrohungen

Eine Untersuchung im Yellowstone-Nationalpark hat die durchschnittliche Lebenserwartung der Braunbären auf sechs Jahre berechnet. Das mögliche Höchstalter von Tieren in freier Natur wird auf 20 bis 30 Jahre geschätzt, wie viele andere Tiere können Braunbären in menschlicher Obhut aber ein deutlich höheres Alter erreichen. Das älteste bislang bekannte Exemplar starb mit 47 Jahren, das potentielle Höchstalter von Tieren in Gefangenschaft wird auf 50 Jahre geschätzt.

Viele Tiere sterben an Mangelernährung oder Krankheiten. Insbesondere während der Paarungszeit kommt es zum verbreitet.

Systematik

Externe Systematik

Der Braunbär ist einer der vier bis sechs lebenden Vertreter der Gattung ''Ursus,'' zu welcher auch der , der , der , meist der und manchmal der gezählt werden. Der älteste bekannte Vertreter dieser Gattung ist ''Ursus minimus'', ein relativ kleiner Bär, der im lebte. Als Vorfahre des Braunbären gilt ''Ursus etruscus,'' der den heutigen Tieren bis auf eine etwas urtümlichere Form der Zähne ähnelte. Die ältesten Fossilienfunde des Braunbären selbst sind rund 500.000 Jahre alt und stammen aus dem Zhoukoudian-Höhlensystem in China. Vor rund 250.000 Jahren kam die Art nach Europa, wo sie in mehreren Gebieten zusammen mit dem en ''(Ursus spelaeus)'' koexistierte. Während der Weichseleiszeit wanderte die Art über die damals trockene nach Nordamerika ein und erreichte, bevor sie vom Menschen zurückgedrängt wurde, Gebiete bis zur Höhe von Ontario, Kentucky oder Nordmexiko. Möglicherweise ist dort das Aussterben der riesigen en durch die Nahrungskonkurrenz des Braunbären begünstigt worden.

Der gilt als der nächste Verwandte des Braunbären und hat sich erst vor relativ kurzer Zeit, vermutlich im mittleren , aus ihm entwickelt. Jüngere Untersuchungen haben sogar gezeigt, dass manche Braunbärpopulationen genetisch näher mit dem Eisbären verwandt sind als mit anderen Braunbären. Nach kladistischen Gesichtspunkten ist der Braunbär somit eine ?paraphyletische Art? und wird als Musterbeispiel verwendet, um das gängige Artkonzept in Frage zu stellen. In traditioneller Sichtweise werden die beiden allerdings als getrennte Arten geführt.

Untermauert wird diese Sichtweise damit, dass Braun- und Eisbären kreuzbar sind und sogar fertile Nachkommen produzieren können. Bis vor kurzem fehlten entsprechende Berichte aus der Natur, im April 2006 erlegte jedoch ein Jäger auf der Banksinsel (Nordwest-Territorien, Kanada) einen vermeintlichen Eisbären. Dessen Fell war nicht richtig weiß oder gelblich, sondern zeigte eher ein sehr helles Braun. Eine DNA-Analyse durch Experten des Umweltministeriums der Nordwest-Territorien ergab, dass es sich bei dem erlegten Tier überraschenderweise um einen Hybriden aus Eisbär und Grizzlybär handelte.

Frühere Vermutungen, der Eisbär sei nur eine, vergleichsweise junge, Sonderlinie des Braunbären (der dadurch paraphyletisch wäre) beruhen nach neueren Erkenntnissen auf Fehldeutung einer unerkannten Hybridisierung (mit </ref>

In menschlicher Obhut sind auch Hybride zwischen Braun- und gezüchtet worden, die Jungtiere starben jedoch innerhalb weniger Wochen.

Interne Systematik

Innerhalb des großen Verbreitungsgebietes der Braunbären gibt es beträchtliche Unterschiede hinsichtlich der Größe und des Gewichtes, der form, der Fellfärbung und anderer morphologischer Merkmale. Aus diesem Grund wurden zahlreiche Unterarten beschrieben, über deren Anzahl große Meinungsunterschiede bestehen. Im Lauf der Forschungsgeschichte wurden dutzende Unterarten beschrieben, eine Zahl, die heute wieder nach unten korrigiert wurde. In modernen Systematiken werden meist folgende Unterarten unterschieden:

  • Der ''(Ursus arctos arctos)'' umfasst die Bestände in den Alpen, den , in Ost- und sowie in Skandinavien. Zu dieser Unterart gehört auch der .
  • Der ''(U. a. syriacus)'' ist relativ kleinwüchsig und hat eine hellbraune Färbung. Ob es sich bei diesem in der Kaukasusregion und Vorderasien heimischen Vertreter um eine eigenständige Unterart oder um eine lokale Variante des Europäischen Braunbären handelt, ist umstritten.
  • Der ''(U. a. beringianus)'' lebt im asiatischen Teil Russlands und ist ein großgewachsener Vertreter.
  • Der Kamtschatkabär ''(U. a. piscator)'' ist ein auf der Halbinsel Kamtschatka beheimateter besonders großgewachsener Vertreter des Sibirischen Braunbären. Er wird manchmal als eigene Unterart aufgeführt. Er ist mit einer Kopf-Rumpf-Länge von 2,5 Meter und einem Gewicht von 600 Kilogramm der zweitgrößte heute lebende Braunbär.
  • Der ''(U. a. crowtheri)'' umfasste die Bestände im nordafrikanischen Atlasgebirge, die im 19. Jahrhundert ausgerottet wurden. Manchmal wird er als eigenständige Art ''(Ursus crowtheri)'' geführt.
  • Der ''(U. a. horribilis)'' bewohnt Nordamerika. Er ist kräftiger und schwerer als europäische Braunbären und gilt als aggressiver. ?Grizzly? stammt aus dem Englischen und bedeutet ?gräulich?.
  • Der ''(U. a. californicus)'' ist ausgestorben. Er wurde aufgrund seiner Fellfärbung im Englischen als ?Golden Bear? bezeichnet und lebte im US-Bundesstaat Kalifornien sowie auf der Halbinsel Niederkalifornien.
  • Der Mexikanische Braun- oder Grizzlybär ''(U. a. nelsoni)'' war im nördlichen Mexiko beheimatet. Er ist vermutlich in den 1960er Jahren ausgestorben.
  • Der ''(U. a. isabellinus)'' ist nach seinem isabellfarbenen Fell benannt, er ist in Nordindien, im Himalaya und in Zentralasien beheimatet.
  • Der ''(U. a. manchuricus)'' kommt im Nordosten Chinas und in der Mongolei vor.
  • Der ''(U. a. gobiensis)'' kommt in Zentralasien und vor. Der Status dieser Unterart ist stark umstritten.
  • Der ''(U. a. middendorffi),'' lebt auf der Insel Kodiak und benachbarten Inseln vor der Südküste Alaskas. Er ist mit einem Gewicht von bis zu 750 Kilogramm und einer Körperlänge (Kopf ? Rumpf) von bis zu 2,70 Metern der größte der heute lebenden Braunbären.
  • Der ''(U. a. pruinosus)'' ist in Tibet und Sichuan beheimatet und durch sein blaugraues Fell gekennzeichnet. Vermutlich sind zahlreiche vermeintliche Sichtungen des Yetis auf Verwechslungen mit diesem Tier zurückzuführen.
  • Der ''(U. a. yesoensis)'' lebt auf der japanischen Insel Hokkaid?.

Genetische Untersuchungen unterstützen diese Einteilung jedoch nicht. Mittels Vergleichs der vor der Südostküste Alaskas repräsentiert eine gänzlich eigene Linie, die genetisch den Eisbären nähersteht als den Tieren auf dem Festland.

Mensch und Braunbär

Braunbären in der Kultur

Der Braunbär spielt, vermutlich aufgrund seiner Größe und Kraft, in der Kulturgeschichte eine bedeutende Rolle. Er hat Eingang in zahlreiche Mythen gefunden, ist ein häufiges Motiv in der Heraldik und kehrt auch in vielen , literarischen Werken und Filmen wieder. Auch einige Vornamen leiten sich von ihm ab. Allerdings wird nahezu überall nicht explizit vom Braunbären, sondern nur vom ?Bären? gesprochen. Da er aber in Europa die einzige in geschichtlicher Zeit lebende Bärenart war, lassen sich zumindest auf diesem Kontinent die Verweise als auf den Braunbären bezogen betrachten.

Etymologie und Benennung

Das eigentliche Wort für ?(Braun-)Bär? im Urindogermanischen hatte die Wortwurzel *?ktos, wie aus Wörtern wie griechisch ''arktos'' und lateinisch ''ursus'' (< *''urcsus'' < *''urctus'') zu schließen ist. Auch in einigen keltischen Sprachen ist die Wurzel erhalten, so im Altirischen ''(art),'' im Walisischen ''(arth)'' und im Bretonischen ''(arz).'' Die Wurzel taucht auch in den Namen der keltischen Gottheiten Artaios und Artio auf sowie bei den Griechen in den Namen der mythologischen Figuren Artemis und Arkas. Auch im Altindischen lässt sich diese Wurzel nachweisen.

Die Wortwurzel ''Bär'' kommt nur in germanischen Sprachen vor (Althochdeutsch ''bero'', englisch ''bear,'' ''beer,'' skandinavisch ''björn'') und wird von einigen Sprachwissenschaftlern von einem alten Wort für ''braun'' abgeleitet. Aufgrund dieser Sonderstellung der germanischen Sprachen wird vermutet, dass das Wort bei den Germanen als eine Art von Tabuwort (?Brauner? statt ?Bär?) entstanden ist, mit dessen Hilfe aus magischen Gründen die Verwendung des eigentlichen Bärenwortes vermieden werden sollte, um das mächtige Raubtier nicht ?herbeizurufen?.

Auch der germanische Heldenname ) für den Bären.

Ein ähnlicher Effekt ist in den slawischen Sprachen zu beobachten, wo der Bär regelmäßig mit einem Wort für ''Honigfresser'' (russisch ''???????,'' polnisch ''nied?wied?,'' tschechisch ''medv?d,'' slowenisch ''medved'') benannt wird.

Der wissenschaftliche Name des Braunbären, ''Ursus arctos,'' geht auf zurück und verbindet den lateinischen Namen des Bären, ''ursus,'' als Gattungsnamen und die griechische Bezeichnung ''arktos'' als Artname.

Mythologie und Kult

en von Bären und Hinweise auf einen möglichen ?? finden sich bereits im , unklar ist aber, inwieweit es sich dabei eher um den ausgestorbenen en und nicht um den Braunbären gehandelt hat.

In der griechischen Mythologie wird die Nymphe Kallisto, eine Begleiterin von Artemis, mit der sie manchmal gleichgesetzt wird, von Zeus verführt. Nach der Geburt ihres Sohnes Arkas wird sie entweder von Zeus? eifersüchtiger Gattin Hera oder von Artemis, die über den Verlust von Kallistos Jungfräulichkeit entsetzt war, in einen Bären verwandelt. Jahre später tötete Arkas seine Mutter beinahe, als er auf der Jagd war und sie für einen gewöhnlichen Bären hielt. Doch Zeus hielt ihn davon ab, verwandelte ihn auch in einen Bären und setzte beide als und an den Sternenhimmel. Beide sind an ihrem Schwanz in den Himmel geschleudert worden, wodurch sie ihren untypischen Schweif bekamen. Die Bezeichnung Arktis leitet sich davon ab und bedeutet ''Land unter dem (Sternbild des) Großen Bären.''

Die Kelten kannten Bärengottheiten. So wurde bei den Helvetiern die Bärengöttin Artio verehrt, wobei diese möglicherweise die Herkunft des Berner Wappentiers ist. Andere keltische Bärengottheiten waren Artaios und Matunus. In keltischen Erzählungen nimmt der Bär als ?König der Tiere? eine ähnliche Rolle ein wie später der . In welcher Beziehung der Name des sagenhaften Königs Artus zum keltischen Wort für Bär ? ''art'' ? steht, ist umstritten.

Aus der Nordischen Mythologie stammt die Vorstellung, bestimmte Menschen können sich in Bären verwandeln oder deren Eigenschaften annehmen. Bekannt sind die Berserker, die als Inbegriff des entfesselten Kämpfers gelten. Der Name Beowulf aus dem bekannten Epos ist eine Kenning für Bär und steht möglicherweise in dieser Tradition. Das Motiv von Menschen, die Bärengestalt annehmen können, taucht beispielsweise auch in der Gestalt des Beorn in Tolkiens Roman ''Der Hobbit'' auf. Auch im lettischen Nationalepos Lacpl?sis spielt der Bär eine wichtige Rolle, indem ein mythischer Held, halb Bär, halb Mensch, zum Retter des lettischen Volkes aufsteigt.

Auch von anderen eurasischen Völkern sind mythische oder kultische Vorstellungen überliefert. Im finnischen Nationalepos ''Kalevala'' gibt es Hinweise auf eine Bärenverehrung. Es war verboten, den eigentlichen Namen des Bären, ''karhu,'' auszusprechen, sodass Umschreibungen wie ''otso'' oder ''metsän kuningas'' (König des Waldes) gebraucht wurden. Nachdem ein Bär erlegt worden war, gab es Zeremonien, um den Geist des Bären zu besänftigen. Auch die Samen kannten einen Bärenkult, eine eigene Jagdzeremonie für Bären. Bei den Ainu ist bis ins 20. Jahrhundert ein Bärenopfer bezeugt: Ein junger Bär wurde gefangen, über Monate hinweg ernährt und in einem Ritual geopfert.

Manche tengristische Völker Zentral- und Nordasiens wie zum Beispiel die Ewenken sehen den Bären als heiligen Ahnen. Er gilt in Sibirien als der Herrscher der Wildnis. Seinen Namen auszusprechen gilt als Tabu, daher wird er mit anderen Worten beschrieben.

In gibt, die äußerlich manchmal nur schwer zu unterscheiden sind und im mythisch-kultischen Bereich meist auch nicht getrennt wurden.

Heraldik

In der Heraldik ist der Bär ein häufiges Motiv, das Macht und Stärke widerspiegelt. Oft kommt er in sogenannten ?redenden Wappen? vor, in Wappen für Personen oder Orte, in deren Namen ein wie ?Bär? klingender Bestandteil vorkommt, unabhängig von der Etymologie. Bekanntes Beispiel ist der ?? im Wappen Berlins. Im Alpenraum sind das Wappen der Schweizer Hauptstadt und des Kantons Bern sowie die der österreichischen Ortschaften Petzenkirchen und den beiden Orten Berndorf in Salzburg oder Berndorf in Niederösterreich weitere Beispiele.

In verschiedenen Heiligenlegenden der Spätantike bzw. des frühen Mittelalters ? auch hier vor allem aus dem Alpenraum ? werden Begegnungen von christlichen Missionaren mit Bären geschildert, in denen der Heilige zeigt, dass er Macht über das stärkste Raubtier ausüben kann, was zur Demonstration der Macht Gottes verwendet wurde. Diese Geschichten werden dem und dem zugeschrieben. So kommt es vor, dass Orte, die von diesen Heiligen gegründet oder nach ihnen benannt wurden, später den Bären als Wappentier angenommen haben. Im Fall des Hl. Gallus ist dies beispielsweise im Wappen der Abtei und der Stadt der Fall. Der ist unter anderem im Wappen der Stadt Freising und im Wappen des zu sehen. Papst war hier eine Zeit lang Erzbischof und hat das Motiv in sein Papstwappen übernommen.

Allgemein gilt der Alpenraum als Rückzugsgebiet der Bären, so dass hier auch zum Zeitpunkt der Wappenentstehung noch häufig Bären anzutreffen waren, die dann als Wappentiere angenommen wurden. Dies ist bei den beiden Halbkantonen Appenzell Ausserrhoden und Innerrhoden sowie bei der Ortschaft Mannenbach der Fall.

Der Fürst Bernhard III. von Anhalt-Bernburg führte im Jahre 1323 ein heraldisches Bärenmotiv in seinem Reitersiegel. Dieses Bärenmotiv wurde zum Wappen der Linie Anhalt-Bernburg des Fürstenhauses der Askanier, dessen berühmtester Vertreter der später so genannte war. In dieser Linie gab es von 1252 bis 1468 sechs Herzöge mit Namen Bernhard. Das Wappen mit dem Bären wurde zum Wappen des Herzogtums und späteren Freistaates Anhalt und ist heute im Wappen des Bundeslandes Sachsen-Anhalt vertreten: Im weißen Feld ein schwarzer, schreitender Bär auf einer schwarzgefugten, roten Zinnenmauer mit geöffnetem Tor.

Durch die Heirat einer Erbtochter kam das Bärenwappen der westfälischen Grafen von Rietberg in das bis heute verwendete Wappen von Ostfriesland.

Besonders originell ist das Wappen der historischen Grafschaft Hoya, das bis heute von der Samtgemeinde Grafschaft Hoya geführt wird; es zeigt zwei abgewendete, durch einen Hautfetzen verbundene Bärentatzen. Einzelne abgehackte Bärentatzen bilden ein vergleichsweise häufiges Motiv in den Wappen deutscher Adelsfamilien. Das rührt vermutlich daher, dass die Tatzen als einzige Teile eines erlegten Bären gelten, die für den menschlichen Genuss geeignet sind und deshalb als Jagdbeute mit nach Hause gebracht wurden.

Bären weisen unter anderem auch das Wappen der russischen Republik Karelien und Flagge und Siegel des US-Bundesstaates Kalifornien auf. Letztere zeigen die ausgestorbene Unterart Kalifornischer Braunbär ''(Ursus arctos californicus).''

Meist sind die Braunbären nicht in ihrer natürlichen Farbe abgebildet, sondern in schwarz, rot oder gold. Das rührt daher, dass Braun keine heraldische Farbe ist und daher oft auf die nächstliegenden Farben zurückgegriffen wurde.

''Weitere Wappenabbildungen:'' auf Commons

Märchen, Literatur und Film

In und Fabeln spielt der Braunbär, als ?Meister Petz? oder ?Braun? bezeichnet, eine in der Regel gutmütige, manchmal etwas tollpatschige Figur. In der Literatur, insbesondere in der Kinderliteratur sowie im Zeichentrickfilm finden sich zahlreiche Ableger dieses Motivs, darunter ?Balou der Bär? aus dem Dschungelbuch, , , Petzi und viele andere. Bei schließlich erweist sich der hilfreiche Bär als ein verwandelter Mensch.

Der Spielfilm '''' ''(L?ours)'' von Jean-Jacques Annaud beschreibt die Geschichte eines verwaisten Bärenjungen, das in der kanadischen Wildnis von einem männlichen Bären ?adoptiert? wird. Der Film ist aus Sicht der Bären erzählt und enthält kaum herkömmliche Dialoge.

Sonstiges

In der Börse steht der Begriff ?? im Gegensatz zum ?Bullenmarkt? für sinkende Kurse (Baisse). Diese Bezeichnung geht auf Tierkämpfe zurück, die im 19. Jahrhundert in den USA abgehalten wurden.

Eine Reihe von Vornamen leiten sich vom Bären ab, darunter die deutschen Namen Bernhard und Bernward, das aus dem Nordgermanischen stammende , aus dem Keltischen Artur, oder die auf die lateinische Bezeichnung Ursus zurückgehenden Namen Urs und Ursula. Auch Sportmannschaften und andere Vereine tragen zu Bezeichnung ?Bären? oder englisch ?Bears? in ihrem Namen, beispielsweise die oder die Chicago Bears. Erwähnt seien an dieser Stelle noch zahlreiche Markennamen, die an den Bären angelehnt sind, wie der Likör , die Kaffeesahne und das Bärenpils von Berliner Kindl.

Auch für den en stand der Braunbär Pate. Richard Steiff wurde durch die Braunbären im Stuttgarter Zoo dazu inspiriert, auch wenn es sich bei der legendenhaften Erzählung der Entstehung des Namens um ein gehandelt hat, das von Theodore ?Teddy? Roosevelt verschont wurde.

Ein schlechter Dienst, den man jemandem leistet, heißt redensartlich .

Der Umgang mit realen Braunbären

Braunbären in Gefangenschaft

Die Verwendung von Braunbären als Objekte der Unterhaltung hat eine weitreichende Geschichte. Mit Netzen und Fallgruben gefangene Bären ? in den Legionen des gab es speziell ausgebildete ?ursarii? ? wurden ab etwa 169 v. Chr. in großer Zahl nach Rom transportiert.

Seit Caesars Regierungszeit wurden Bären zu Tausenden in Zirkusspielen getötet. Die Bärenhatz, also die öffentliche Tötung von Bären, blieb bis in die frühe Neuzeit hinein eine beliebte Vergnügungsveranstaltung. Bärenkämpfe, bei denen man Bären gegeneinander oder gegen Hunde kämpfen lässt, waren ebenfalls früher verbreitet. Heute finden solche Darbietungen noch in Teilen Asiens statt, allerdings mit .

Gefangene und abgerichtete Bären waren in Europa als en bis in das 20. Jahrhundert hinein eine Jahrmarktsattraktion. Auch in der Zirkusdressur spielten Bären eine wichtige Rolle. Sie gelten für den als die gefährlichsten Raubtiere. Durch das Erstarken des Tierschutzes im öffentlichen Bewusstsein sind diese Erscheinungen seit etwa einem halben Jahrhundert rückläufig. Vielerorts werden bis heute Braunbären gehalten. Während sich Zoos heutzutage vermehrt um eine artgerechte Haltung bemühen, entspricht die Unterbringung der Tiere in Bärengräben oder Käfigen in der Regel nicht den modernen Anforderungen des Tierschutzes.

Zusammenleben mit Braunbären

Aufgrund seiner großen Kraft kann ein einziger Biss oder Prankenhieb eines Bären beim Menschen schwere Verletzungen oder sogar den Tod verursachen. Für gewöhnlich greifen sie Menschen jedoch selten an; sie fliehen, wenn sie Menschen nahen hören. Es gibt allerdings Situationen, in denen sie gefährlich werden können. Dazu zählen die Begegnung mit verletzten Tieren, mit Müttern, die Jungtiere bei sich haben, mit Tieren, die an Kadavern fressen oder wenn der Mensch einen Hund bei sich hat.

Es gibt eine Reihe von Verhaltensregeln, die beispielsweise von den Nationalparkverwaltungen in Nordamerika herausgegeben werden. Durch Lärm durch Sprechen, Singen oder ein Glöckchen am Stiefel soll verhindert werden, dass ein Bär überrascht und erschreckt wird. Provokatives oder bedrohendes Verhalten sollte vermieden werden, dazu zählen auch Versuche, das Tier zu verscheuchen. Im Fall eines Angriffes soll man nicht weglaufen, sondern sich tot stellen.

Trotzdem kommt es nahezu jedes Jahr in Nordamerika und Asien, selten auch in Europa, zu vereinzelten Todesfällen, die gegebenenfalls auf provokantes oder unvorsichtiges Verhalten der Menschen zurückzuführen sind.

Bekannt in Europa wurde 2006 der Braunbär ?''Bruno''?, korrekter Name ?JJ1?, der wegen vermuteter Bedrohlichkeit (?Problembär?) nach mehreren Aktivitäten in der Nähe menschlicher Siedlungen im Gebiet Spitzingsee erlegt wurde. Vorgang und Begleitumstände wurden kontrovers diskutiert.

Jagd auf Braunbären


Neben dem Aspekt der Unterhaltung wurden Braunbären vielfach auch gejagt, um ihre Körperteile zu nutzen. Diese Bejagung ist von vielen Völkern Eurasiens und Nordamerikas bekannt und war oft mit rituellen Zeremonien verbunden. Das Fleisch der Bären wurde gegessen, das Fell für Kleidung oder Decken verwendet, Krallen und Zähne wurden zu Schmuckstücken verarbeitet. Auch (vermeintlich) medizinische oder abergläubische Gründe waren ausschlaggebend: In römischer Zeit wurden beispielsweise Fett, Galle, Blut und Hoden teils gegen verschiedene Krankheiten, teils in der Landwirtschaft gegen Raupen, und Frostschäden angewandt. In der traditionellen Chinesischen Medizin spielt die Gallenflüssigkeit der Bären bis heute eine wichtige Rolle. Zwar werden vorrangig dafür erlegt oder sogar gehalten, diese Art wird aber immer seltener. Die Gewinnung der Galle ist einer der Gründe, weswegen heute auch zahlreiche Braunbären, insbesondere in Asien, gewildert werden.

Ein weiterer Grund für die Bejagung der Braunbären war die Sicht als Nahrungskonkurrent, der Weidetiere wie Schafe, Ziegen und Rinder reißt, Fischteiche plündert und aufbricht. Während unbestritten ist, dass solche Vorfälle passieren, ist das Ausmaß der tatsächlichen Schäden ungewiss und dürfte oft übertrieben dargestellt werden. Häufig war auch der Mensch die Hauptursache dafür, indem er massiv in den natürlichen Lebensraum der Bären eingriff und sie so zwang, sich neue Nahrungsquellen zu erschließen.

Heute noch immer verbreitet ist die Jagd auf Braunbären, die im Gegensatz zur früheren wirtschaftlichen Nutzung als reine njagd durchgeführt und auch von heimischen Reiseveranstaltern angeboten wird. Dabei wird ein Bär durch regelmäßige Fütterung an einen Platz gebunden. Sobald der Bär regelmäßig am Luderplatz erscheint, kann ein Jagdgast eingeladen werden, der ohne große Anstrengung den Bären erschießen kann.

Literatur

  • Bernd Brunner: ''Eine kurze Geschichte der Bären.'' Claassen, Berlin 2005, ISBN 3-546-00395-0.
  • Igor Chestin: ''Der Braunbär.'' (= ''Die Neue Brehm-Bücherei.'' Band 633). Westarp, Magdeburg 1996, ISBN 3-89432-494-5.
  • Maria Pasitschniak-Arts: ''Ursus arctos.'' In: ''Mammalian Species.'' Nr. 439, American Society of Mammalogists, Washington DC 1993, , S. 1?10.
  • L. P. Waits, S. L. Talbot, R. H. Ward, G. F. Shields: ''Mitochondrial DNA phylogeography of the North American brown bear and implications for conservation.'' In: ''Conservation Biology.'' Band 12, Nr. 2, Blackwell, Boston Mass 1998, , S. 408?417.
Belletristik
  • .'' Sankt Petersburg 1875.

Weblinks

Einzelnachweise

<references>
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